Mein Start in die analoge Mittelformat Fotografie!

Es ist lange her, dass ich hier einen Blog-Post veröffentlicht habe. Heute, zu Sonne und frisch gemahlenem und gebrühtem Kaffee wird es aber mal wieder Zeit. Der Liebe Florian und ich haben ja seit über einem Jahr einen wöchentlichen Podcast, in dem wir uns zusammensetzen und über die analoge Fotografie sprechen. So kam es auch in der Episode 53 und wir kamen irgendwie auf das Thema „aller Anfang ist schwer und sieht erstmal nicht GEIL aus“. In diesem Sinne berichtete ich ihm von meinen ersten analogen Mittelformat-Fotos. Damals habe ich in Köln gelebt und gearbeitet, später bin ich dann nach Remagen gezogen und von da immer nach Köln gependelt. So hatte ich allso immer meine Kamera im Rucksack und konnte einige Bilder auf dem Weg zur Arbeit machen. Irgendwann kam daher meine erste Mittelformatkamera. Es war die Yashica 635. Mit der fotografierte ich damals überwiegend Street und auch fast nur schwarz-weiß Film. Es dauerte jedoch nicht mehr lange und ich wollte etwas „besseres“, etwas, das meine fotografische Unzufriedenheit mehr befriedigte. Gerade das quadratische Format der Yashica nervte mich, wenn ich mal in der Natur unterwegs war, um Fotos zu machen und so kam die Kiev 6x6 mit dem Volant 2,8/80 MC Objektiv ins Haus. Dazu hatte ich zwei Backs zum Wechseln, das eine war 6x6 und das andere hatte eine Panoramamaske in 6x4,5, welches ich immer für Landschaften nutzte. Hier seht ihr meine allerersten Bilder, welche ich mit den Kameras gemacht habe:

Endlich wieder Mittelformat (120mm) - meine neue Fuji GS 654S

Ich hatte ja schon zwei Mittelformatkameras, wo man oben reinschauen konnte. Diese waren mir irgendwann aber zu unhandlich, viel zu groß und zu schwer. Also habe ich diese wieder verkauft und lange Zeit nach was neuem und handlicherem gesucht. Irgendwann stieß ich bei eBay-Kleinanzeigen auf die lang ersehnte Fuji und hab zugeschlagen. Diese Kamera hab ich jetzt auch wirklich oft mit dabei und es macht unheimlich viel spaß damit zu fotografieren. Hier sind mal die ersten Eindrücke, die ich damit festgehalten habe. In den kommenden Tagen und Wochen folgen mehr Bilder!

Cinestill 800t

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Kodak 400tx

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Kodak Portra 400

Kodak Portra 400

Unterwegs in der Schweiz.

Wir waren mal wieder für 2 Tage unterwegs. Diesmal in der Schweiz. Mit dabei meine analoge Contax G1 und dem neuen PRO IMAGE 100 Film, denn ich über Meinfilmlab bestellt habe und einem Kodak Portrat 800 - diesen belichte ich mit ISO 400 (Pastell-Look).

Nach der Arbeit ging es vom Feldberg aus gegen 18 Uhr los. Ich habe mir die Gegend um den Berg Säntis ausgesucht. Ich wollte unbedingt Morgens an den Seealpsee, also schleifen wir in der erste Nacht im Van. Unten an der Edenalp gibt es einen großen Parkplatz, der perfekte Platz für die Übernachtung im Bus. Morgens gegen halb 6 klingelte der Wecker. So richtig los sind wir jedoch erst kurz nach 6.00 Uhr. Der Sonnenaufgang war gegen 6.30 Uhr angekündigt. Vom Parkplatz braucht man gute 50 Minuten zu Fuß zum See. Keine Sorge, bis die Sonne in einem Tal zu sehen ist, kann man ruhig eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang drauf rechnen. Was wir jedoch nicht wussten, dass es ganze 400 Höhenmeter zu überwinden gab. Ich war voll bepackt mit meiner ganzen Kameraausrüstung und Katha hatte den ganzen Proviant für das Frühstück im Backpacker. Das heist, Kaffee, Kaffeekocher, Gaskartusche, Gaskocher, Brot, Butter, etc.

Als wir jedoch pünktlich am See ankamen, waren wir vom Anblick überwältigt. Vor allem war keine einzige Menschenseele unterwegs. Lediglich zwei andere ebenso verrückte Fotografen, die unseren Weg kreuzten. Schnell haben wir den perfekten Platz für ein Frühstück gefunden. Hier zeigte sich wieder, was für ein perfekt eingespieltes Team wir sind. Katha bereitete direkt alles für das Frühstück vor und kochte Kaffee, während ich bereits wie wild mit meiner Kamera durch die Gegend rannte. Als alles fertig war, hatte auch ich meine Bilder im Kasten und so genoßen wir den Anblick des ruhigen Sees zum Sonnenaufgang mit einer Tasse frisch gebrühtem Kaffee und einem Avocado-Brot.

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Nach dem Frühstück ging es dann erstmal wieder zurück zum Van. Schnell merkten wir jedoch, dass wir viel zu warm angezogen waren. Es hatte bereits 20-22 Grad und das morgens um 9 Uhr. Am Bus angekommen, haben wir uns dann auch direkt kurze Sachen angezogen bzw. uns umgezogen und unsere Rucksäcke schnell umgepackt. Die zweite Nacht würden wir nämlich auf 2.000 Meter Höhe verbringen. Oben auf der Ebenalp, dem Berggasthaus Schefler. Der Aufstieg sollte etwa 1-2 Stunden dauern. Bei mittlerweile 25-27 Grad ein kräfteraubender Akt. Trotzdem war der schmale Pfad auf den Gipfel ganz gut besucht. Durchgeschwitzt und vollkommen ersöpft, haben wir auch diesen Aufstieg irgendwann geschafft. Es waren ganz schön viele Menschen oben anzutreffen. Alle Tische waren besetzt und so besorgte ich uns erstmal den Zimmerschlüssel, um unsere Sachen unterzustellen. Im Zimmer angekommen waren wir erstmal vom Fensterausblick überwältigt. Von hier aus konnten wir direkt den Gipfel des Säntis sehen, auf dem noch die letzte Überreste des Winters zu sehen waren.

Nachdem wir unsere Sachen abgestellt haben, genoßen wir den Tag mit einem kühlen Getränk und etwas zu essen draußen in der Sonne. Die Dienste der Kamera waren erst wieder zum Sonnenuntergang gefragt. So war es dann auch, als die Sonne sich so langsam dem Horizont näherte und die Menschenmassen sich wieder Talwärts bewegten, baute ich das Stativ und die Kamera am “Berggkreutz” auf. Still war es mittlerweile geworden und so saßen auch nur noch die 6 bis 8 Leute draußen, die ebenso auf der Hütte übernachteten. Selten so einen schönen Sonnenuntergang gesehen.

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Bei eintreten der Dunkelheit ging es für uns ins Bett. Wir haben das Fenster offen gelassen, so warm war es noch. So konnten wir außerdem die Sterne vom Bett aus betrachten. Wir waren jedoch so erschöpft, dass ich nach 4 gezählten Sternen bereits eingeschlafen war. Am Nächsten Morgen klingelte auch diesmal der Wecker vor Sonnenaufgang. Schnell haben wir die Sachen gepackt und sind wieder in Richtung Gipfel, der direkt am Gasthaus liegt. Katha kochte wieder den Kaffee und so konnte ich Bilder machen. Danach bewunderten wir in völliger Stille und zu einer Tasse Kaffee den nächsten Sonnenaufgang. An sowas kann ich mich einfach nie sattsehen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück auf der Hütte, machen wir uns wieder bereit für den Abstieg. Ich wollte jedoch auf dem Weg noch einen kurzen Stop am bekannten Berggasthaus Aescher-Waldkirchli machen. Ich sehe das Gasthaus fast täglich in meinem Instagram-Feed und eigentlich meide ich diese Orte, außer ich bin wirklich in der Gegend und es ist kein Umweg dahin. So schauten wir uns das also noch schnell an. Schön ist es ja schon, wie es aus dieser Felswand rausragt.

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Erschöpft kamen wir am frühen Nachmittag wieder im Tal an. Schnell kochten wir uns am Van noch einen Kaffee für die Fahrt und machten uns glücklich und zufrieden wieder auf den Heimweg nach Freiburg.

Neben meinen analogen Bilder hier im Blog, gibt es auch digitale Fotos auf meinem Instagram-Account zu sehen. Schaut doch gerne mal vorbei und lasst einen Gruß da. :)

C´est la vie.

Unterwegs mit dem Camping-Van und der analogen Kamera.

Alle Bilder wurden auf 35mm Film aufgenommen. Dafür habe ich die Contax G1 & meine Nikonos IV genutzt.


Es war also wieder soweit. Die Surfbretter waren bereits eingestaubt. Zeit um sie aus ihrem Winterschlaf zu holen. An Pfingsten ist die Atlantikküste um Frankreich & Spanien ein Traum. Mehr oder weniger menschenleere Strände und kaum Autos auf den Strandparkplätzen. Es sollte FRED´s erste Reise werden. Fred ist ein VW T5 Transporter. Ausgebaut als Camping-Van. Bereit um Tagelang in der Pampa zu übernachten - nein, ganz so krass sollte es dann doch nicht werden. Dafür muss man wohl nach Skandinavien, Kanada oder Alaska. 16 Nächte auf der Strasse. Übernachtet wird dort, wo man das Meer noch hören kann und einen die salzige Luft umgibt.

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Los ging es in Freiburg. Die Strecke war grob ausgesucht. Es sollte über Mulhouse, Besançon-Dole-Chalon s. Stone und von da weiter über die Route National vorbei an Montceau les Eines, Moulins, Montlucon, Limoges, Angouleme, Bordeaux bis Mimizan. Die erste Nacht wurde nach etwas mehr als der halben Strecke in Saint-Sulpice-le-Guérétois auf dem Rastplatz verbracht.

 

Endlich am Meer. Die Sonne scheint und es hat 27 Grad. Vergessen war der Regenguss auf der ersten Teilstrecke der Fahrt. Schnell wurde der Van geparkt und der erste Gang ans Meer zelebriert. Gott, wie habe ich dich vermisst. Hätte Stunden auf das Wasser starren können, wäre da nicht die Sonne, die auf unsere noch weiße Haut knallte. Also ging es erstmal wieder zurück. Der abendliche Schlafplatz sollte aufgesucht werden und war auch schnell gefunden. 

von nun an hieß es #VanLife. Kochen, essen, lesen - das hat überwiegend draußen stattgefunden. Zum übernachten wurden Parkplatze, Aussichtspunkte oder auch mal Plätze mit Meerblick aus dem Van-Fenster angesteuert. Zwischen Mimizan und und Bilbao haben wir uns die 14 Tage bewegt - oder auch nicht. Dazwischen wurde reichlich gesurft, meistens morgens und abends. Unterwegs hat man dann auch den ein oder anderen Freund getroffen. Wir nutzten überwiegend die App "Park4Night" um einen Schlafplatz zu finden. 

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GOOD MORNING VIETNAM!

Alle Fotos wurden analog auf 35mm Film aufgenommen. Mit dabei waren die Contax G1, Nikonos IV & die Olympus Mau II. Entwickelt und gescannt wurden die Bilder bei MeinFilmLab.

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Es ist Dienstag, der 17. Oktober 2017 um 11:39 Uhr. Ich sitze im neuen ICE Richtung Frankfurt Flughafen. Von Stuttgart aus sind es knapp 2 Stunden bis dort hin. Draußen hat es 20 Grad. Kann es noch immer nicht fassen, dass ich morgen schon in Hanoi bin. Seichte Elektroklänge ertönen durch meine Kopfhörer. Gedanken ziehen vorüber, so wie die Landschaft draußen. Mein Flieger nach Dubai startet um 15:15 Uhr. Von dort soll es 3 Stunden später weiter nach Hanoi gehen. Zum ersten Mal fliege ich mit dem A380 Jumbo. Fensterplätze gab es leider keine mehr. Naja, selber Schuld, wenn man alles auf die letzte Sekunde erledigen muss. So wie den online Check-In.

Wenn ich mich 7 Tage zurück erinnere, war es eine große Überwindung für mich, den Flug zu buchen. Keine Ahnung warum. Wahrscheinlich, weil ich ganz alleine mit dem Rucksack knapp 9.000 Kilometer entfernt von Zuhause sein werde. Komisches Gefühl. Mir ist in erster Linie etwas unwohl. Ich weiß auch nicht, was mich erwartet, außer das, was ich aus den Instagram-Storys von STEFFEN BÖTTCHER kenne. Er ist der Grund, warum ich diese Reise letztendlich durchziehe, so ganz alleine. Das Land faszinierte mich schon länger, nur war der Gedanke nie so vordergründig, dass ich mich vor meinen Laptop setze und einen 700 Euro teuren Hin- und Rückflug buche. Die Bilder von seiner Fotoreise nach Vietnam sowie die der anderen Teilnehmer, die ich bei der Ausstellung in Köln gesehen habe, haben mich inspiriert. Ebenso auch die vielen Geschichten, die jeder bei einem kleinen Vortrag über das Land erzählt hatte, waren mit Schuld daran, dass ich nun auf dem Weg dahin bin.

Ich fühle mich im Augenblick jedoch nicht so wirklich alleine. Im Zug sitzen so viele andere Menschen, die ebenfalls alleine mit dem Rucksack unterwegs sind. Das schafft irgendwie ein Gemeinschaftsgefühl. Vielleicht ist es auch gar nicht so komisch, alleine zu verreisen, wie es mir meine Gedanken projizieren.

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Endlich gelandet. Hanoi. Nachdem mein Rucksack ohne Komplikationen im Gate auf dem Rollband ankommt, suche ich den Weg nach draußen. Kaum dort angekommen, werde ich alle paar Meter von irgendwelchen Leuten angesprochen, ob ich ein Taxi benötige. Sie zeigen mir ihre angebliche Lizenz oder was auch immer das sein soll. Ich lehne ab. Ich will auf mich gestellt sein. Alleine zum Hostel finden und nicht direkt vor die Türe gefahren werden. Vor allem berechnen diese bei Touristen sicher mehr, als es tatsächlich kostet. Am letzten Tag erfuhr ich, dass es 400.000 Dong (26.000 Dong = 1 Euro) von der Stadt zum Flughafen kostet – aber später mehr dazu. Ich suche eine Bushaltestelle oder etwas, das danach aussieht. In der Ferne sehe ich zwei Europäer mit einem Backpack, die wohl auf den Bus warten. Unauffällig stelle ich mich dazu und tue so, als würde ich genau wissen, dass hier gleich mein Bus kommt. Innerlich bin ich gerade jedoch etwas verloren. 10 Minuten später kommt ein französisches Pärchen, die auf der Suche nach der Linie 68 sind. Diese fährt wohl in Richtung Altstadt. Perfekt, da muss ich auch hin. Wo und wann dieser Bus jedoch abfährt, kann ich auch nicht sagen. Egal, da bleib ich dran, denke ich mir. Zusammen sucht es sich leichter. Ich versuche einen Mitarbeiter zu finden und zeige ihm auf meinem Handy, wo ich hin muss. Er zeigt auf die Bushaltestelle, wo auch die 68 steht. Das ging ja einfach. Ich winke das französische Pärchen zu mir und wir laufen gemeinsam zur anderen Haltestelle. Wenige Minuten später, kommt auch das andere europäische Paar hinterher. Sie waren wohl auch nicht so ganz sicher, wo sie hin mussten. Der Bus kommt und wir steigen alle ein. Ich zeige nun auch dem Kassierer, der durch den Bus läuft, wo ich hin muss. Er will mir dann rechtzeitig Bescheid geben, wo ich aussteigen muss und kassiert nebenher die 22.000 Dong für die Fahrkarte. Meine ganzen Sorgen sind erstmal weg. Ich lehne mich zurück und genieße den Ausblick. Schaue denoch nebenher ständig auf meine „maps.me“-App, wo wir uns befinden. Leider versagt irgendwann das GPS-Signal und ich habe nur noch die heruntergeladene Karte von Vietnam, um später zu meinem Hostel zu finden.

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Dann irgendwann geht alles ganz schnell. Hastig sagt er, ich soll hier raus. Zeigt irgendwas mit links, links, rechts und grade aus oder so. Draußen angekommen ein permanentes hupen. Tausende Menschen, Motorroller und Autos. Dieselgeruch steigt mir in die Nase. Okay, los geht’s. Ich versuche mich ohne GPS zu orientieren. Erfolglos. Also folge ich erst einmal unauffällig den Franzosen. Sie müssen ja auch in meine Nähe, glaub ich zumindest. Gar nicht so leicht bei dem Verkehr. Fühle mich ein wenig verloren. Es regnet. Mein Handakku ist bei 10%. Ich laufe und laufe. Irgendwann biege ich links in eine Straße. Laut Karte sollte die Richtung aber stimmen, wenn das auf der Karte die Bushaltestelle ist, an der ich ausgestiegen war. Na gut, dann schaue ich mir doch die Straßennamen genauer an. Der Plan geht auf. Knapp 40 Minuten später finde ich endlich mein Hostel und werde direkt mit einem Saft empfangen. Auf dem Zimmer angekommen sehe ich, dass die 6 anderen Betten noch leer sind. Sehr schön, kurz mal verschnaufen, bevor ich mich wieder draußen ins Getümmel stürze. Selten so viele Menschen und Motorroller ohne Verkehrsregeln gesehen. Fasziniert sauge ich jeden Moment wie ein Staubsauger ein. Erstaunt und ratlos zugleich. Mir fällt es in erster Linie schwer, das ganze Erlebte fotografisch in irgendeiner Weise festzuhalten. Unmöglich!

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Langsam wird es dunkel und ich traue mich noch nicht ganz, mich weiter als 1000 Meter von meinem Hostel zu entfernen. Ich gönn mir das ein oder andere Hanoi Bier in einer Bar an der Ecke zum Hostel. Die mehr als 17-stündige Reise steckt mir noch in den Knochen und ich laufe zurück ins Zimmer. Ich lege mich kurz hin und schlafe direkt ein. In der Nacht werden die 6 freien Betten doch noch voll.

Ich wache auf. Es ist 6 Uhr morgens. Frühstück gibt es erst ab 7 und so laufe ich mit der analogen Contax G1 durch die noch verschlafenen Straßen Hanois. Ist das wirklich die selbe Stadt wie gestern? Wo sind die ganzen Menschen? Und wo sind die ganzen hupenden Motorroller? Ich treffe nur auf Einheimische mit Obstkörben oder Fahrrädern voller Blumen, die morgens schon ihre Waren auf der Straße verkaufen.

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Ich bleibe noch eine zweite Nacht in der Stadt, bis ich weiterziehe. Weiter in Richtung Norden, nach Sa Pa. Mit dem sogenannten Schlafbus geht’s um 22 Uhr los. Es sind drei Reihen mit zweistöckigen Betten im Bus. Ich bekomme einen Platz vorne, obwohl ich als letzter in den Bus gestiegen bin. Der Platz erweist sich als einer der Besten. Der Fahrer ist so schnell auf der kurvigen Bergstraße unterwegs, dass die kompletten hinteren Reihen ihre Plastiktüte für die Schuhe als Kotztüte missbrauchen. Dementsprechend ist die Luft in dem Bus. Ich bin jedoch so müde, dass ich dennoch mehrfach einschlafe. Die Fahrt sollte 6 Stunden dauern, wir waren in 4 Stunden da. Es ist 2 Uhr morgens und wir stehen wohl auf einem großen Parkplatz, zumindest das, was ich im Dunkeln und dem Nebel davon erkennen kann. Ich weiß nur, dass ich wohl gegen 6 Uhr am Bus abgeholt werde und versuche weiter im stehenden Bus zu schlafen, werde jedoch mehrmals wach. Es ist 6 Uhr, alle müssen raus. Jetzt stehen hunderte Menschen vor den 50 anderen Bussen mit ihren Backpack-Rucksäcken und warten abgeholt zu werden. Zwischendrin immer wieder Einheimische mit Namen auf einem Zettel darauf. Mein Name stand bis jetzt noch nirgends. Eine dreiviertel Stunde später. Ich stehe nun mit einem Briten alleine auf dieser Seite des Parkplatzes. Er scheint jedoch nicht sehr gesprächig zu sein. So langsam denke ich, man hat mich vergessen. Ich grüble schon über Plan B nach – mir ein „Homestay“ auf eigene Faust zu suchen. Im Nebel sehe ich jedoch nochmal einen grauen Transporter auf mich zu fahren. Ein kleiner Mann steigt mit einem Zettel aus und hält ihn hektisch vor unsere Nasen. Unter vielen Namen erkenne ich auch „Atut“ darauf und denke mir, dass muss Arthur heißen und wenn nicht, auch egal. Ich gehe da jetzt mit. Schnell sind die anderen 4 Personen vom Zettel gefunden. Es geht erstmal in ein Hotel. Dort werden wir direkt mit einem vietnamesischen Kaffee und Pfannkuchen mit Honig und Bananen empfangen. Dann geht’s erstmal aufs Zimmer. Ein ganzes Zimmer mit Dusche für mich alleine, was für ein Luxus. Schnell habe ich mich umgezogen und warte in der Lobby auf meine Gruppe. Am ersten Tag ging es mit 3 anderen in die alte Stadt Sapa´s. Ein kurzer Trip. Abends hab ich die Stadt dann noch alleine im Nebel erkundet und der Tag geht zu Ende.

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Am nächsten Morgen geht’s früh los. Heute geht es 17 Kilometer durch die Reisfelder. Es regnet und hat 23 Grad. Ganz anders als die 30 Grad in Hanoi. Jedoch hat die atemberaubende Landschaft jede Kälte und Nässe schnell vergessen lassen. Wir waten durch knietiefen Schlamm. Bergauf und bergab. Kaum einer, der nicht im Matsch ausrutscht. Wir passieren kleine Dörfer voller Bambushütten. So weit abgeschieden wäre ich alleine wohl nie gegangen. Voller Schlamm, durchnässt und total erschöpft kommen wir dann im Homestay an. Das sind einheimische, die fremde bei sich schlafen lassen. Mit mir ist noch das Pärchen aus Irland dabei. Was ich jedoch nicht wusste, dass ich vorher nicht mehr im Hotel vorbei komme und somit auch keine Wechselkleidung mitgenommen habe. Naja, zu Reiswein und dem Kartenspiel „Jack Change It“ lassen wir den Tag nach dem leckeren vietnamesischen Essen ausklingen. Ich schlafe direkt ein.

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Am nächsten Morgen warten schon die Pfannkuchen auf uns und es geht nach dem Frühstück direkt weiter. Meine Kleidung ist, so durchnässt wie sie war, natürlich nicht ganz trocken geworden, doch das ist mir in dem Augenblick egal. Die Aussicht ist beeindruckend, auch wenn man vor lauter Nebel kaum was sieht. Vorbei an Wasserfällen und Gipfeln. Gegen 15 Uhr komme ich dann auch wieder am Hotel an. Schnell nehme ich noch eine heiße Dusche – selten hab ich mich so sehr darüber gefreut, wie in diesem Moment. Danach werde ich auch schon wieder zum Schlafbus gebracht. Es geht zurück nach Hanoi, wo ich um 22 Uhr wieder ankomme. Am Tag zuvor habe ich mir über booking.com direkt ein Einzelzimmer gebucht.

Am nächsten Tag treffe ich mich nämlich schon wieder mit Scott, den ich in den ersten beiden Tagen in Sapa kennengelernt habe. Er sagte mir, dass er noch nach Ninh Binh möchte. Perfekt! Ich sage, dass ich da auch noch hin möchte und wir verabreden uns. Pünktlich treffe ich ihn am nächsten Morgen am vereinbarten Treffpunkt und wir fahren los. Als wir ankommen erkunden wir erstmal das Dorf per Fahrrad und später noch per Boot, wo es durch mehrere Höhlen geht. Gegen 17 Uhr geht’s dann auch wieder zurück nach Hanoi.

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Zurück aus Ninh Binh trennen sich Scott´s und mein Weg. Ich suche mir schnell noch ein Hostel. Abends schlendere ich noch durch die Stadt, genieße das Essen an der Straße und lasse den Tag wieder mit dem ein oder anderen Hanoi-Bier ausklingen. Neuer Tag, neuer Plan. Heute will ich Richtung Halong Bay und dort für eine Nacht auf einem Boot bleiben. Mit dem Bus geht’s also 4 Stunden nach Halong Bay. Dort angekommen müssen wir erstmal mit einem kleinen Boot zu dem eigentlichen Schiff gebracht werden. Auf dem Schiff scheint eine cool Truppe zu sein. Zwei deutsche Pärchen, ein Pärchen aus Irland, die schon in China waren und die chinesische Mauer entlang gelaufen sind. Eine Amerikanerin und eine Französin. Wir lachen, trinken und unterhalten uns, zumindest soweit wir können. Jeder erzählt seine Geschichten von seiner bisherigen Vietnamreise. Am ersten Tag besuchen wir eine Tropfsteinhöhle, erkunden die Umgebung auf Kajaks und betreten eine unbewohnte Insel. Schnell gehen die zweit Tage vorbei und ich sitze abends schon wieder im Bus zurück nach Hanoi. Plötzlich überholt uns ein anderer Bus und alle Insasen zeigen nach hinten. Der Kofferraum ist unterwegs aufgegangen. Na super und wessen Rucksack wurde als letztes hinein gequetscht und ist als einziger raus gefallen, natürlich MEINER. Wir wenden und fahren zurück. Irgendwann winkt uns jemand zu einer Tankstelle, wo ich schon meinen Rucksack liegen sehe. Nette Menschen in Vietnam. Okay – was sollen die auch meine getragenen Unterhosen klauen! :D

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Spät abends komme ich in Hanoi an. Letzter Abend. Am nächsten Tag bzw. an dem darauf geht es morgens um 1 Uhr über Dubai zurück nach Frankfurt. Ich nutze die letzten Stunden um nochmal Hanoi zu erkunden. Auf dem Schiff habe ich viele Tipps bekommen, was man noch gesehen oder wo man noch gewesen sein sollte. Ich beherzige diese und laufe durch die Stadt. Für eine Stunde miete ich mir dann noch einen Roller. Nein, ich bin nicht lebensmüde, doch muss man das doch auch mal gemacht haben. Die Stunden rinnen vorüber. Meine Sachen habe ich im Hostel zwischengelagert, wo ich abends auch noch eine Dusche nehmen darf. Ach ja, und das tägliche Freibier, das es da immer von 18-21 Uhr gibt genießen.

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Es ist jetzt 20:30 Uhr und ich mach mich im Dunkeln auf den Weg zum Bus, doch lande auf einem Nachmarkt. Es ist Freitag. Die Menschen in Vietnam feiern das ausgiebig auf der Straße. Dafür wird dann alles abgesperrt. Natürlich auch die Straße, an der sich meine Bushaltestelle befindet. Verdammt. Ich habe noch 200.000 Dong in meiner Hosentasche. Das Limit der Kreditkarte gibt auch nichts mehr her. Warum hab ich das auch nur für die Reise limitiert – aus Angst beklaut zu werden. Und jetzt? Ich versuche dem Taxifahrer zu erklären, er soll mich zu einer anderen Haltestelle bringen, wo noch ein Bus abfährt. Was er dann auch macht. 50.000 Dong ärmer stehe ich also da. Im Dunkeln. Kein Bus mit der Nummer 68 kommt. Panisch frage ich jeden, ob noch irgendwas an den Flughafen fährt. Airport?? Airport?? Drei Chinesen an der Haltestelle bemerken das natürlich. Einer kommt mit seinem Handy auf mich zu, wo er ein Übersetzungsprogramm drauf hat und ich lese „Wir müssen auch zum Flughafen. Heute fährt da nichts mehr hin. Uns holt gleich ein Auto ab! Willst du mit?“ Ich denke mir nichts dabei, letztendlich meine einzige Chance im Moment, an den 30 Kilometer entfernten Flughafen zu kommen. Sollten die vorhaben, mich in einer dunklen Gasse beklauen zu wollen, so hab ich sowieso nichts Wertvolles mehr, außer die 150.000 Dong und die Kreditkarte, wo nichts mehr zu holen ist. Das Auto entpuppt sich als Privattaxi. „Mein Geld reicht nicht mal mehr, wenn wir die Fahrt durch 4 teilen“, denke ich mir noch und schaue aus dem fahrenden Auto. Dort angekommen tue ich mal so, als wolle ich ihnen Geld geben. Schnell winkt einer der drei ab und sagt, wir zahlen! Glücklich verbeuge ich mich und wünsche ihnen eine gute Heimreise. Zufrieden, voller Geschichten und Eindrücke über ein mir zuvor komplett fremdes Land laufe ich zum Gate, um meinen Rucksack aufzugeben. Good bye Vietnam!

 

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NIKONOS IV - Unterwegs mit der analogen Unterwasserkamera

Ich war mal wieder unterwegs. Wieder in Frankreich. Wieder nur mit der analogen Kamera. Diesmal jedoch nur eine Woche und mit meiner neuen 35mm-Kamera, der NIKONOS IV. Eigentlich ziemlich leichtsinnig, so ohne die Kamera vorher getestet zu haben. Gut, die Blende ging, auch hat die Kamera zu unterschiedlichen Zeiten, den Vorhang unterschiedlich schnell geschlossen, sollte also passen. Dennoch leichtsinnig, aber wer analog fotografiert vertraut der Mechanik und auch seinem Wissen, von daher auch einer noch nie benutzten Kamera. Ich hab diesmal nicht ganz so viel fotografiert. 8 Filme in 7 Tagen...okay, vielleicht ja doch viel! Hier sind auf jeden Fall mal einige Beispielsfotos...